Nur noch 4 Tage

Die letzten Anschaffungen für Weihnachten – vielleicht noch eine tolle Idee?

Losung und Lehrtext für Mittwoch, 20.12.2017

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.
Daniel 2,28

Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
Lukas 17,20-21

Ja, langsam wird’s eng mit Weihnachtsgeschenken. Wer immer noch nichts hat verschiedene Anregungen:

Verschenke doch eine Nacht in einem Seemannsheim. Ja, auch Nichtseeleute können in Seemannsheimen übernachten. Oft sind sie, wie z.B. in Hamburg Altona (mit direktem Blick auf den Hafen) an Orten, wo sonst kein anderes erschwingliches Hotel ist. Jedes Seemannsheim hat seinen Charm und man kann ganz nebenbei noch dort Seeleute treffen. Gutscheine gibt es bei den Kolleginnen und Kollegen. Einfach auf der Webseite www.seemannsmission.org die einzelnen Stationen anschauen.

Oder vielleicht etwas zum Lesen. Hier ein Artikel, der einmal in Lass Fallen Anker, der Zeitschrift der Seemannsmission, erschienen ist.

Im deutschen Fernsehen wird tagsüber auf vielen Kanälen gekocht. Sterneköche geben Ratschläge, begleiten gutwillige Laien bei der Zubereitung und schwingen sich zu Juroren auf. Inzwischen hält auch auf dem Büchermarkt der Trend zum Zweit-Kochbuch an.

Neben Klassikern wie dem „Dr. Oetker’s Schulkochbuch“ tummeln sich Gourmetköche wie Schuhbeck, Laafer oder Tim Mälzer mit ihren Rezeptsammlungen. Da verwundert es nicht, wenn nun auch die Nische „Schiffsküche“ entdeckt wird.
Ich möchte aufmerksam machen auf drei sehr unterschiedliche Bücher. In dem Seefahrt orientierten Verlag Delius und Klasing ist der auch optisch gefällige Band „Kochen nach Beaufort – Rezepte für jede Windstärke“ erschienen.
Der Leuchtturm „Schleimünde“ in der Innenseite steht als ein Zeichen dafür, dass es sich hier um Rezepte handelt, die auf Segelschiffen auch von den Freizeitkapitänen gekocht werden können. Dem Titel folgend unterteilt die Autorin Claudia Seifert die Schwierigkeitsgrade von „Leichter Brise“ bis „Starker Wind“. Allerdings hat diese Unterteilung wenig Einfluss auf die Qualität der Rezepte. Sie alle sind durchweg mit Raffinesse zusammen gestellt. „Melonensalat mit gebratenem Fisch und Sesammus“ verlocken genauso wie „Couscous mit Tomaten, Kirchenerbsen, Oliven und Knoblauchjoghurt“. So sind nahezu 100 Köstlichkeiten zusammen geführt von „Kartoffelsuppe mit Datteln, roten Zwiebeln und Taco-Chips“ bis zum Dessert „Windumtöstes Segelmädchen“. Eine Zusammenstellung von Dingen, die in der Bordküche vorrätig sein sollten, ist ebenso angeführt, wie in den Rezepten Hinweise zu finden sind, wenn es darüber hinaus besondere Zutaten braucht. Zubereitungszeit und ob ein oder zwei Kochplatten nötig sind, sind mit eingängigen Symbolen angemerkt. Wunderschöne Fotographien von Julia Hoersch machen aus dem Koch- auch ein Bilderbuch.

Weitaus schlichter tritt „Das Kloska-Kochbuch Seemannsessen“ auf. Es ist das Buch eines Schiffsausrüsters, der seinen Kunden ein Forum bietet, die belieferten Schiffe vorzustellen und die Künste der Köche auf je einer Doppelseite zu präsentieren. Da finden sich Exoten wie die bei den Philippinos beliebte „Blutsuppe“, aber auch der Klassiker „Soljanka“. Neugierig machen „Gerolltes Fischfilet in Bechamelsosse“ oder „Krebsfleisch mit Brie“. Gerichte mit Huhn, Lamm, Kaninchen, Schwein und Rind sind jeweils gesondert aufgelistet und bieten die Möglichkeit, zwischen einfach und schnell zuzubereitenden Mahlzeiten und aufwendigerem Kochvergnügen zu wählen. Gut zu lesen und lehrreich sind eine Reihe von Zwischentexten über seemännische Tradition (Seemannssonntag) oder der aktuellen Frage nach „Catering heute“.
Alles in Allem ist es ein Buch des Kaufmanns, schlicht, sachlich, effektiv und bietet so dem interessierten Koch die Freiheit der Verfeinerung nach eigenen Ideen.

Eine Bereicherung besonderer Art habe ich entdeckt mit dem Band „Kombüsengold“. Es fällt allein schon auf, weil es nicht im Hochglanzdruck erschienen ist und es so den Eindruck von Nüchternheit weckt. Sie ist zudem ein Merkmal der Photographien von Thomas Duffè, mit der er das Leben an Bord einfängt. Die namentlich genannten Köche sind sehr einfühlsam in Szene gesetzt.
In den knappen Essays fängt der Autor charakteristische Züge der Köche ein und beschreibt ihre Herkunft und Situation an Bord. So gewinnt der Band an Individualität und Vielfalt. Sie spiegelt sich natürlich wider in den Rezepten, deren Vielfalt wieder kaum zu überbieten ist. Genannt seien als Beispiel ein „Rezept ohne Namen“ oder „Kare-Kare“. Aber auch Spanferkel, Spaghetti oder „Lachs en Papilotte“ verlocken zum Nachkochen. Es ist ein Verdienst der Herausgeber, dass sie einen Sternekoch begeistern konnte, die Gerichte nach zu kochen und sie mit Mengenangaben zu bereichern und mit hilfreichen Tipps zu verfeinern.
So wird der Leser bald ein Freund der Menschen, die in ihrer Umgebung an Bord lebendig abgelichtet sind. Es sind diese mittschiffs liegenden Edelstahl durchzogenen Räume mit Schwenkpfanne und genoppten Fliesen, auf denen die pepita-behosten Beine dieser Männer standhaft bei Wind und Wetter das leibliche Wohl der Besatzung gewährleisten. Ihre Gesichter sind Charaktere, ihre Pose zeigt Stil. Der Blick in die Messe, ja – so ist Seemannsleben: die Holzbox mit salt and pepper, Ketchup, Soja- und Worchestersosse, an den Wänden die seit dem Stapellauf fixierten Fotos.
Auch dieses Buch bietet Einblicke in das Leben ehemaliger Seeleute, die -mit eindrucksstarken schwarz-weiß-Fotos vorgestellt- aus ihrem Leben erzählen. Daher ist dieser Band nicht nur ein lohnendes Koch-, sondern gerade auch ein Lese- und Bilderbuch, das Seefahrt und Leben an Bord lebendig werden lässt.

Kochen nach Beaufort – rezepte für jede Windstärke“ von Claudia Seifert mit Fotos von Julia Hoersch, Delius Klasing Verlag 2012

Seemanns Essen – Eine kulinarische Reise durch die maritime Welt – Das Kloska-Kochbuch“ Klatschmohn Verlag 2011 „Kombüsengold – 32 Rezepte und Herdgeschichten von See“ von Kai Schächtele mit Fotos von Thomas Duffé Ankerherz Verlag 2013

Kombüsengold – 32 Rezepte und Herdgeschichten von See
von Kai Schächtele mit Fotos von Thomas Duffé
Ankerherz Verlag 2013

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